"MIT ZEN UND YOGA DIE MITTE FINDEN"

SZENEMAGAZIN DRUFF - NOVEMBERAUSGABE 2015


Seit August dieses Jahres bereichert das Zentrum für Zen-Meditation und Yoga namens „ZaZen“, am Ziegenmarkt 5, unsere Stadt. Ursprünglich war der Inhaber Olaf Reinboth mit seinem Geschäftspartner auf der Suche nach neuen Büroräumen, als er auf die imposanten, denkmalgeschützten Räumlichkeiten am Ziegenmarkt traf, in denen zu Zeiten des Herzogtums Braunschweig- Wolfenbüttel die Französische Botschaft residierte. Beeindruckt von der Energie und Einzigartigkeit der Räume, wurde schnell der Entschluss gefasst, diese für den lang gehegten Traum eines eigenen Zen-Zentrums mitten in der Stadt anzumieten. Geleitet vom Bewusstsein, dass Zen den meisten Menschen fremd ist, holte Olaf die Yogalehrerinnen Steffi (Vinyasa Power Yoga) und Friederike (Ashtanga Yoga) ins Team. Sowohl Zen als auch Yoga versteht man im „ZaZen“ als spirituelle Wege zur Einheit mit sich selbst, die man nicht erklären kann, sondern erfahren muss. Sie sind keine Religion und auch keine Philosophie, sondern das konstante Trainieren mit sich selbst und Kennenlernen des eigenen Selbst. Es geht um eine Geisteshaltung und vor allem darum, den achtsamen Umgang

mit sich selbst zu erlernen.

 

Olaf erklärt:“ Du kannst dich hinsetzen und den ganzen Tag träumen oder du setzt dich hin und bemühst dich, zur Ruhe

zu kommen und in deine Kraft zu kommen, das Gedankenkarussell zu stoppen und zu erkennen, worum es wirklich geht.

Zen ist eine Haltung und vor allem ein beständig anstrengendes Arbeiten.“ Das gilt auch für Yoga. Hier besteht dieser Weg

aus mehreren Gliedern: Er beginnt bei der für jeden greifbaren, feststofflichen Arbeit mit dem Körper (Asanapraxis) und führt über die feinstofflichere Arbeit mit dem Atem (Pranayama) schließlich hin zur Meditation. Yoga kann somit zum rein meditativen Zen hinführen. 

 

Im „Zazen“ werden Ashtanga Yoga in der Tradition von Sri T. Krichnamacharya und modernes, westliches Vinyasa Power angeboten. Die beiden Yogalehrerinnen Steffi und Friederike sind darauf bedacht, ihre Teilnehmenden dort abzuholen, wo sie sich körperlich, geistig und mental gerade befinden. Gerade nicht Leistungsdenken, sondern vielmehr Leichtigkeit und die Freude am Üben stehen hier im Vordergrund. Olaf ist Schüler des Zen-Meisters Hinnerk Polenski aus dem Allgäu, zu dem er mehrmals im Jahr fährt, um im dort ansässigen Kloster Zen zu praktizieren.

 

Zen-Meister Polenski, ausgebildet in Japan und Deutschland, gründete, mit dem Segen seines japanischen Meisters,

in Deutschland eine eigene, europäische Richtung der traditionellen Meditationslehre der Rinzai-Linie – das Daishin Zen.

Diese Zen Richtung führt direkt ins Leben. Sie soll den Meditierenden dabei helfen, mit den täglichen Anforderungen im Hier und Jetzt zurechtzukommen. 

 

Die traditionelle Zen-Meditation (Zazen – Sitzen in Stille und Kraft), die Olaf aktuell montags um 19.45 Uhr anbietet, besteht aus drei 25-minütigen Meditations-Sequenzen, während derer man in vollkommener Stille und körperlicher Regungslosigkeit auf dem Meditationsplatz verharrt. Man ergründet dabei sich selbst, indem man versucht, der Illusion des Ichs oder der Vorstellung des eigenen Egos zu begegnen und diese „auszusitzen“.

 

Für Anfänger bietet Olaf vorab das Yoga Nidra an, um den Einstieg in die Meditation durch eine Art Bodyscanning zu vereinfachen. Im Yoga Nidra („Yoga-Schlaf“, „bewusster Schlaf“) erlangt man durch tiefe Entspannung den Zugang zu tieferen Bewusstseinsschichten. Es geht darum, den Kopf wegzulassen und den Körper zu fühlen. Ganz egal, was wir tun, wir sollten immer auf unseren Körper hören, denn er ist der Schlüssel zu allem. Wenn wir lernen, auf unseren Körper zu hören, dann lernen wir auch unsere Ängste und Verspannungen im Körper kennen. Kommt zur Ruhe und versucht Euch in Yoga und Zen-Meditation im Zazen.

 

Es gibt Fünfer- und Zehnerkarten für die verschiedenen Einheiten im Meditationszentrum. Ashtanga und Vinyasa Flow Poweryoga kosten 12 Euro pro Stunde; die Zen-Meditation liegt bei 10 Euro pro Meditationseinheit. Mehr Informationen gibt es auf zazen.life


Text: Kathrin Bonhardt

Fotos: Florian Koch - farbPR8